3D-Druck
Ich hätte nie gedacht, dass ich eines Tages mal einen 3D-Drucker für meine überwiegend aus Holz gefertigten Produkte nutzen werde. Eine „Plastikspritze oder einen Plaste-Bettschubser“ in meiner Holzwerkstatt? Undenkbar. Mittlerweile habe ich meine Meinung komplett geändert. Ich kann mir unzählige 3D-Modelle (überwiegend kostenlos) von diversen Plattformen herunterladen und ausdrucken. Noch wichtiger für mich ist aber die Tatsache, dass ich mir viele Dinge selber konstruieren und ausdrucken kann. Mit dem kostenlosen Programm Tinkercad ist das nach einer kurzen Einarbeitungszeit sehr einfach zu realisieren.
Mit einem Ender 3 S1-Pro habe ich angefangen und mittlerweile besitze ich zwei Drucker (Creality K2 Pro Combo und Bambulab P1S Combo) von diesen vielseitigen Maschinen, die ich euch jetzt nachfolgend vorstellen möchte.
Mein Creality K2 Pro Combo
Warum der Creality K2 Pro Combo für mich interessant ist
Als 3D-Druck-Enthusiast mit Blick auf Vielseitigkeit und Zukunftssicherheit war ich auf der Suche nach einer Maschine, die nicht nur einfache PLA-Drucke meistert, sondern auch komplexere Materialien und Multicolor-Projekte ermöglichen kann. Der K2 Pro Combo verspricht genau das — und kombiniert moderne Features mit Komfortfunktionen. Ich wollte herausfinden, ob er diesen Anspruch hält.
Ausführliche Informationen über den Creality K2 Pro Combo findest du auf der Creality Website unter:
Technische Details:
- Bauraum: 300 × 300 × 300 mm — groß genug für mittlere bis größere Modelle, Prototypen oder sogar Cosplay-Teile.
- Druckgeschwindigkeit & Bewegungstechnik: Bis zu 600 mm/s und Beschleunigung bis 20.000 mm/s² — das ist ordentlich schnell für einen Drucker dieser Klasse.
- Extruder / Hotend: Dual-Gear Direct Drive Extruder mit einer gehärteten Stahldüse (0,4 mm) und einem High-Flow Hotend — robust genug für abrasive Materialien wie mit Carbonfasern gefüllte Filamente.
- Temperaturen: Düsentemperatur bis 300 °C, beheiztes Druckbett bis 110 °C, und vor allem eine aktiv beheizte Kammer bis ca. 60 °C — damit lassen sich auch technische Filamente wie ABS, ASA oder CF-gefüllte Materialien sauber drucken, ohne dass Warping zum Problem wird.
- Multicolor & Multi-Material-Druck: Mit dem mitgelieferten CFS (Creality Filament System) können bis zu 4 Filamente genutzt werden — und mit bis zu 4 CFS-Einheiten sind sogar bis zu 16 Farben oder Materialkombinationen möglich. Automatisches Filament-Management inklusive.
- Bedienung & Komfort: Touchscreen-Display, Smart Auto Leveling (automatische Kalibrierung der Druckplatte im Zielbereich), integrierte Kameras zur Überwachung (KI-basiert, erkennt Fehler, reguliert Materialfluss) und Sensoren wie Filament-Ende, Verhedderung oder Stromausfall-Wiederaufnahme — also viele Features, die den Alltag erleichtern.
- Netzwerk & Speicher: WLAN, LAN, USB und große interne Speicherkapazität ermöglichen flexibles Arbeiten.
- Insgesamt: Der K2 Pro Combo ist technisch sehr gut ausgestattet — mit einem klaren Fokus auf Leistung, Präzision und Vielseitigkeit.
Handhabung & Alltag
Schon nach dem Auspacken wirkt der Drucker wertig und solide gebaut: Der Rahmen ist stabil, das Gerät wirkt hochwertig — keine wackelige Bastelbude, sondern eine "echte Maschine". Die Einrichtung ging überraschend schnell: Dank Smart Auto Leveling und intuitiver Software war der erste Druck — sogar mit Multicolor-Filamenten — nach relativ kurzer Zeit gestartet. Die Druckqualität ist beeindruckend — selbst bei höheren Geschwindigkeiten sind Details sauber, Schichten gleichmäßig, Oberflächen glatt. Besonders bei Materialien, die höhere Temperaturen oder stabile Umgebung erfordern (z. B. ABS, ASA, CF-Filamente) zeigt sich die Stärke des K2 Pro Combo durch stabile Ergebnisse ohne Warping oder Haftprobleme. Das Multicolor-System mit CFS ist ein großer Pluspunkt: Für kreative Projekte (mehrfarbige Modelle, komplexe Designs) oder funktionale Teile mit mehreren Materialien/Mischungen bietet es deutlich mehr Flexibilität als ein einfacher Single-Filament-Drucker.
Komfortfunktionen wie Filament-Ende-Sensor, Verhedderungs-Erkennung, Stromausfall-Wiederaufnahme, flexible Konnektivität und Überwachung über Kamera erleichtern den Alltag — besonders wenn man öfter druckt oder mal längere Druckzeiten hat. Allerdings ist nicht alles perfekt: Wie bei vielen modernen 3D-Druckern braucht der K2 Pro Combo ein Minimum an Aufmerksamkeit und (je nach Material und Projekt) etwas Erfahrung. Für ganz einfache, gelegentliche Drucke ist er vielleicht „overkill“. Aber für ambitionierte Hobby-Projekte, Prototypen, Multicolor-Designs oder technische Teile zahlt sich der Aufwand aus.
Einsteigerfreundlichkeit – ja, mit Abstrichen
Der K2 Pro Combo ist einsteigerfreundlich genug, um Neulinge willkommen zu heißen — aber er richtet sich nicht primär an absolute Anfänger, die nur mal ein paar einfache PLA-Teile drucken wollen.
Was für Einsteiger spricht:
Automatisches Leveling, einfache Inbetriebnahme und gute Anleitung machen den Einstieg recht leicht.
Touchscreen + übersichtliche Software + komfortable Automatisierung reduzieren typische Einstiegshürden.
Bei einfachen Materialien wie PLA oder PETG kann man schnell erste Erfolgserlebnisse haben.
Wo Vorsicht geboten ist:
Die Vielzahl an Funktionen und Einstellmöglichkeiten kann anfangs überfordern (insbesondere beim Multicolor- oder Material-Mixdruck).
Für anspruchsvolle Materialien wie ABS oder CF-Filamente braucht man ein bisschen Verständnis für Temperaturmanagement und Filamentvorbereitung, damit die Ergebnisse sauber bleiben.
Das Gerät eignet sich weniger, wenn man nur gelegentlich und sehr simpel druckt — dann ist wahrscheinlich ein günstigerer, einfacher Drucker praktischer.
Mein Fazit: Für ambitionierte Einsteiger, die bereit sind, sich einzuarbeiten — oder für Maker, die von Anfang an mehr wollen als einfache PLA-Drucke — ist der K2 Pro Combo ein sehr guter Einstieg in die höhere Liga.
Zielgruppe – für wen der K2 Pro Combo ideal ist
Meiner Meinung nach eignet sich der K2 Pro Combo besonders für:
- Hobbyisten und Maker mit Anspruch: Wer nicht nur Spielerei will, sondern ernsthafte Projekte, Prototypen, Cosplay-Teile, funktionale Bauteile oder Multicolor-Designs realisieren möchte.
- Kreative Designer und Künstler: Für farbenfrohe Figuren, dekorative Objekte oder komplexe Modelle mit mehreren Farben/Materialien.
- Technik-Fans & Fortgeschrittene: Wer mit technischen Filamenten wie ABS, ASA oder CF-gefüllten Materialien arbeiten will — z. B. für robuste oder funktionale Teile.
- Halber Profi- / Werkstatt-Umfeld: Für Maker-Spaces, Workshops, Serienproduktion kleiner Serien oder Serienfertigung mehrerer identischer Objekte in einem Druck (durch volumenstarken Bauraum).
- Ambitionierte Einsteiger, die von Anfang an mehr wollen und bereit sind, sich mit etwas Technik auseinanderzusetzen.
- Weniger geeignet ist der K2 Pro Combo für jemanden, der nur gelegentlich einfache PLA-Objekte druckt — hier gibt es günstigere, einfachere Geräte, die mit weniger Aufwand auskommen und günstiger sind.
Mein Fazit: Für meine DIY-Arbeiten sehe ich den K2 Pro Combo als eine sehr lohnenswerte Investition, weil ich mit ihm kreative oder funktionale Projekte realisieren kann. Die Kombination aus großer Flexibilität (Material + Farbe), Geschwindigkeit, Druckqualität und Komfort macht ihn zu einer „Allrounder“-Maschine, die viele Bedürfnisse abdeckt — weit über das, was einfache 3D-Drucker leisten. Eine starke Ergänzung für meine Do-it-yourself-Werkstatt.
Ausführliche Informationen über den K2 Pro Combo findest du auf der Creality Website unter:
Mein Bambulab P1S Combo
Mein Bambulab P1S Combo ist mein absoluter Lieblingsdrucker. Ein echtes Multitalent und sehr einfach zu bedienen, fast schon das Schweizer Taschenmesser unter den 3D‑Druckern. Mit bis zu 500 mm/s Druckgeschwindigkeit und Beschleunigungen von 20.000 mm/s² gehört sicherlich mit zu den schnellsten Modellen seiner Klasse. Seine direkte Extrusion sorgt für exakten Materialfluss und glatte Oberflächen und ist so ideal geeignet für flexible oder technische Filamente. Der geschlossene und sehr stabile Bauraum mit einer Abmessung von ca.256 × 256 × 256 mm, beherrscht Filamente wie ABS, ASA, PC oder kohlefaserverstärkte Typen sicher und gleichmäßig. Er hat einen Aktivkohlefilter der dafür sorgt, dass Gerüche und Schadstoffe eingehalten werden – besonders bei ganz besonders anspruchsvollen Materialien.
Das integrierte AMS (Automatic Material System) verwaltet bis zu 4 Filamentspulen und wechselt so automatisch zwischen Farben oder Filamenten. Ich hatte den P1S Combo nach dem Auspacken innerhalb weniger Minuten betriebsbereit inklusive Bettnivellement usw. Der 3D-Drucker hat eine eingebaute Kamera mit 720p, eine sehr gut funktionierende App‑Steuerung via WLAN/Bluetooth und ermöglicht somit eine Live‑Überwachung innerhalb der Netzwerkumgebung. Interessante Zeitrafferfunktionen sind damit möglich, jedoch wäre eine Auflösung von 1080p hier wünschenswerter.
Der Bambulab P1S Combo verarbeitet wie schon erwähnt viele Filamentarten. Er ist kompatibel mit PLA, PETG, TPU, ABS, ASA, PVA und sogar Hoch-Temperatur‑Materialien.
Mein Fazit: Der Bambulab P1S Combo ist ein echter Allrounder für meine DIY-Werkstatt. Er ist schnell aufgebaut, sehr schnell im Druck, hat ein durchdachtes Materialmanagement und ist flexibel für jede Projektidee. Von Standard-PLA bis hin zu Carbonfaser verstärktem ABS. Wer du auf Farbdruck, Geschwindigkeit und smarte Steuerung Wert legst, bekommst du mit ihm einen äußerst zuverlässigen Alltagshelfer.
Beispiele selbstkonstruierter 3D-Druckteile
Tinkercad
Ich nutze für meine 3D-Projekte das wirklich unkomplizierte Konstruktionsprogramm Tinkercad. Es ist mein persönlicher Favorit, wenn es darum geht, schnell und einfach digitale Modelle zu erstellen und das ganz ohne Vorkenntnisse. Tinkercad läuft direkt online im Browser und ist komplett kostenlos. Somit musst du nicht in teure Software investieren und brauchts keine spezielle Erfahrung. Schon nach kurzer Einarbeitungszeit kannst du erste eigene Formen entwerfen, zusammenfügen und anpassen. Die Bedienung ist absolut intuitiv, perfekt also für alle, die einfach mal loslegen wollen.
Tinkecad arbeitet nach dem Drag-and-Drop-Prinzip. Du ziehst einfache Grundformen wie Quader, Kugeln oder Ringe in den Arbeitsbereich und kombinierst sie zu komplexen Modellen. Das Programm hate eine klar strukturierte Oberfläche und keine überladenen Menüs. Es ist sehr logisch aufgebaut und wirklich leicht verständlich.
Es gibt viele Schritt-für-Schritt-Tutorials direkt im Programm, oder auch im Internet, die dir leicht verständlich erklären, wie du einfach und schnell zum Ziel kommst.
Ich nutze Tinkercad oft für meine eigen konstruierten 3D-Druckteile und kleinen Bastelprojekte.
